Brevo versus ConvertKit

Lesezeit:
ca.   Minuten

Veröffentlicht:
 13. Oktober 2023
aktualisiert:
20. März 2024

Gastartikel von Barbara Reif. 🤗

Welches Tool du wählen sollst: Brevo oder ConvertKit? Das ist nicht die Frage, sondern was du für Bedürfnisse und Anforderungen beim Newsletter-Marketing hast!

Je nachdem, wo du mit deinem Business gerade stehst, was deine Pläne für die Zukunft sind und was du für Anforderungen hast, solltest du die Entscheidung für ein Tool treffen.

In diesem Artikel schauen wir uns die 2 Tools - Brevo und ConvertKit - an und werden vergleichen und Unterschiede herausfiltern.

Brevo ist dir wahrscheinlich auf der Suche nach einem E-Mail-Marketing-Tool schon untergekommen. Es ist im deutschsprachigen Raum gerade in aller Munde. ConvertKit ist hierzulande noch nicht so bekannt, aber jedenfalls eine Überlegung wert.

Zwei ungleiche Geschwister

Geschwister, weil beides professionelle E-Mail-Marketing-Tools sind, die du verwenden kannst. Sie verfügen beide über die wichtigsten Funktionen, die ein E-Mail-Marketing-Tool mitbringen sollte.

Die Tools sind dennoch in einigen Bereichen sehr unterschiedlich. Die Frage ist daher, welche Funktionen sind dir in deinem Business wichtig und für dich notwendig?

Schauen wir uns die Tools detaillierter an:

Listen und Tags

Brevo ist ein listenbasiertes Tool, während ConvertKit ein tagbasiertes Tool ist. Hier liegt schon mal der grundlegende große Unterschied.

Listenbasiertes und tagbasiertes E-Mail-Marketing sind zwei verschiedene Arten, wie man E-Mail-Abonnenten verwalten und gezielte E-Mail-Kampagnen senden kann. Beide haben Vor- und Nachteile.

Was sind Listen? Stell dir ein Einkaufscenter vor, dass auf einer großen Fläche gebaut ist und aus vielen einzelnen Geschäften besteht, die alle getrennt voneinander, nebeneinander gebaut sind. In jedem dieser Geschäfte befinden sich mehrere Menschen (Abonnenten).

Wenn du in einem Geschäft eine Lautsprecherdurchsage machst, dann hören das nur die Menschen, die sich in dem einen Geschäft befinden. Das lässt sich auch nicht anders steuern.

Und Tags? Das ist wie, wenn es nur ein einziges großes Geschäft gibt. In diesem Geschäft gibt es jedoch viele unterschiedliche Abteilungen. Wenn du eine Durchsage machen lässt, dann hören alle Abonnenten diese Durchsage. Du kannst die Durchsage aber auch auf eine Abteilung beschränken und nicht alle zuhören lassen.

  • Vorteile von Listen:
    Wenn du es einfach halten und nicht zu tief in die Details gehen willst, sind Listen eine gute Wahl. Sie sind leicht zu verstehen und zu handhaben. Sie bieten eine klare Trennung der Abonnenten nach bestimmten Kriterien.
  • Nachteile von Listen:
    Es kann schwierig sein, Abonnenten in mehreren Listen zu verwalten, da sie sich sehr oft auch überschneiden und in mehreren Listen angemeldet sind.
  • Vorteile von Tags:
    Tags bieten mehr Flexibilität bei der Segmentierung deiner Abonnenten.
    Du kannst sehr gezielt E-Mails mit personalisierten Inhalten an bestimmte Tags senden.
    Ideal für eine sehr präzise Zielgruppenansprache und umfangreiche Personalisierung.
  • Nachteile von Tags:
    Die Verwendung von Tags erfordert möglicherweise etwas mehr Planung. Bei einer großen Anzahl von Tags (und die wird groß, wenn du regelmäßig E-Mail-Marketing machst ;-)) kannst du hier leicht den Überblick verlieren, wenn du dir keine gute Struktur für das Tagging überlegt hast.

Letztendlich hängt die Wahl von der Komplexität deiner E-Mail-Marketing-Strategie, deiner Arbeitsweise und deinem Bedarf an Personalisierung ab.

Server-Standort

Mit Blick auf die DSGVO kann der Server-Standort auch ein Entscheidungskriterium für die Wahl des Tools sein.

Aktuell scheint es die bessere Wahl zu sein, einen Anbieter mit Serverstandort innerhalb der EU zu wählen – was aber nicht heißt, dass du Anbieter aus z.B. den USA nicht mehr nutzen kannst. Wichtig ist in dieser Hinsicht vor allem die rechtssichere Verwendung des Tools.

Brevo hat seine Server in der EU beheimatet. ConvertKit ist ein amerikanisches Tool und hat seine Server in den USA.

Deine Abonnenten sollten sich darüber im Klaren sein, wie mit ihren Informationen (E-Mail-Adresse und alle anderen von dir erfassten Daten) umgegangen wird.

Auch solltest du deine Absichten konkret und sehr klar formulieren, bevor ein neuer Abonnent sich einträgt. Werden sie regelmäßig Newsletter oder gelegentliche Angebote erhalten? Was erwartet die Leser in deinem Newsletter?

Design und E-Mail Editor

Viele Plattformbetreiber werben mit ihren Drag-and-Drop Editoren, mit denen du, ohne Programmierkenntnisse zu haben, stylisch aussehende E-Mails entwerfen kannst. Sie bieten unzählige Designvorlagen und Gestaltungsmöglichkeiten.

So ist es auch bei Brevo. Derzeit gibt es über 70 E-Mail-Vorlagen in ihrer Template-Galerie. Mit dem visuellen Editor hast du sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten.

ConvertKit bietet auch eine Auswahl vorgefertigter E-Mail-Vorlagen, allerdings sind das nur einige wenige mit nicht sehr umfassenden Designmöglichkeiten.

Wenn du Programmierkenntnisse hast, dann gibt es hier die Möglichkeit, deine ganz individuelle Vorlage selber mit HTML zu programmieren bzw. die vorhandenen Vorlagen aufzuhübschen.

Du kannst dir außerdem eine Vorlage aus der “Content-Library” holen. Das ist eine Vorlagen-Bücherei, in der andere ConvertKit-Nutzer ihre selbst designten Vorlagen zur Nutzung zur Verfügung stellen.

ConvertKit kommt eher minimalistischer daher ohne viel Schnick-Schnack. Wenn das auch deine Arbeitsweise ist, dann kann das ein Vorteil sein, weil es weniger Ablenkungen durch fancy Design-Möglichkeiten gibt.

Benutzerfreundlichkeit

ConvertKit kommt recht einfach daher und du wirst dich sehr schnell zurechtfinden. Die Plattform ist generell eher minimalistisch gehalten, was der Übersichtlichkeit zugute kommt.

Das kommt allerdings auch daher, dass manche Funktionen wie z.B. Reportings nur eingeschränkt und nicht sehr ausführlich zur Verfügung stehen. Auch der E-Mail Editor ist, wie schon oben geschrieben, einfach gehalten ohne umfassende Design-Möglichkeiten.

Bei Brevo ist die Benutzerführung auch schnell verständlich und die Menüs sind einfach zu navigieren. Der Drag-and-Drop-E-Mail-Builder ist sehr intuitiv und auch hier wirst du dich rasch zurechtfinden.

Sprache

Bei Brevo kannst du die Sprache der Bedienoberfläche sowohl in Deutsch als auch Englisch einstellen. Zusätzlich auch noch in vier weiteren Sprachen.

ConvertKit tritt auch hier wieder minimalistisch auf: Die Benutzeroberfläche und den Support gibt es in Englisch. Punkt.

Wichtig ist, dass du dich mit der Sprache wohl fühlst und es für dich keine Hürde darstellt.

Support

Hier bin ich persönlich sehr verwöhnt vom ConvertKit Support. Die Antworten kommen sehr schnell, meist innerhalb weniger Minuten. Das Team ist sehr hilfreich und freundlich. ConvertKit hat hier, im Vergleich zu anderen Tools, die ich kenne, tatsächlich eine kleine Lobeshymne verdient 😉

Brevo hat einen soliden Support. Hier hatte ich bisher noch wenige Anfragen.

Preise

Kostenlose Variante

Beide Tools bieten eine zeitlich nicht begrenzte, kostenlose Variante an.

Bei Brevo kannst du gesamt bis zu 300 Mails pro Tag versenden. Das ist interessant, wenn du mit deiner Liste noch am Anfang bist und diese langsam wächst. Du hast alle grundlegenden Funktionen inkludiert, ausgenommen den Landingpage-Editor. Wenn du gut damit leben kannst, dass das Brevo-Logo in deinen E-Mails prominent platziert ist, dann kann der kostenlose “Tarif” eine gute Wahl sein.

ConvertKit hat keine Limitierung bei den täglich versendeten Mails und ist kostenlos verfügbar bis zu 1.000 Kontakten in deiner Liste. Hier ist auch der Landingpage-Editor inkludiert. Das ist sehr hilfreich, wenn du noch keine eigene Webseite nutzt, da du dir ein zusätzliches Tool für Landingpages sparen kannst. Eine wirklich wichtige Funktion ist leider in der kostenlosen Version nicht inkludiert: die Automationen.

Aus meiner Sicht sind Automationen im E-Mail-Marketing unverzichtbar.

Du kannst ohne Automation nicht mal eine Willkommensmail versenden, an Abonnenten, die sich gerade für deinen Newsletter eingetragen haben.

Beide Tools haben also einen kostenlosen Tarif verfügbar. Hier sind die Funktionen jeweils etwas eingeschränkt. Willst du erstmal nur mit einem kostenlosen Tarif arbeiten, dann ist wohl Brevo die bessere Wahl, da du hier auch Automationen nutzen kannst.

Bezahlte Tarife

Bei Brevo richten sich die Preise nach den versendeten E-Mails, nicht nach der Anzahl der Kontakte. Daher hängt hier die Höhe des Tarifs davon ab, wie viele E-Mails du monatlich versendest. Mit dem Starter-Tarif darf man bis zu 20.000 Mails pro Monat zu EUR 19,- versenden. Möchte man das Brevo-Logo in seinen Mails ausblenden lassen, dann kostet das in diesem Tarif zusätzliche EUR 9,-. Unbegrenzte Automationen gibt es ab einem Preis von EUR 49,- pro Monat.

Bei ConvertKit richten sich die Preise nach der Anzahl der Kontakte. Es ist besonders interessant für jene, die gerade mit E-Mail-Marketing starten oder eine kleine Liste bis zu 300 Kontakte haben. Hier kostet der “Creator” Tarif nur USD 9,- pro Monat und bietet alle wichtigen Funktionen, die man für gutes E-Mail-Marketing braucht. Bis zu 1000 Kontakten kostet das Tool monatlich USD 25,00 (jeweils bei monatlicher Zahlweise).

Automatisierungen

Automatisierungen sind wichtig. Ohne Automatisierungen geht professionelles E-Mail-Marketing, aus meiner Sicht, definitiv nicht.

Eine Willkommens-E-Mail und die Möglichkeit, automatisiert ein Freebie auszuliefern, das ist eine Minimum-Voraussetzung für ein E-Mail-Marketing-Tool.

Beide Systeme bieten durchaus fortgeschrittene Möglichkeiten für Automatisierungen. Es gibt definitiv Tools, die in diesem Bereich noch mächtiger sind. Aber ehrlich gesagt, sofern du nicht schon sehr fortgeschrittenes E-Mail-Marketing betreibst, wirst du hier in beiden Fällen nichts vermissen.

Special Features

ConvertKit

Eine interessante Nischenfunktion besteht darin, dass ConvertKit es dir ermöglicht, durch die Einrichtung eines kostenpflichtigen Newsletters Geld zu verdienen. Das kann eine effektive Methode sein, um zusätzliche Einnahmen für dein Unternehmen zu generieren

Außerdem stellt ConvertKit eine "Trinkgeld"-Funktion zur Verfügung, bei der deine Leser die Gelegenheit haben, dir für deine Inhalte freiwillig Geld zukommen zu lassen, was auch eine interessante Option sein kann.

Brevo

Mit Brevo hast du die Möglichkeit, dein E-Mail-Marketing mit SMS-Kampagnen zu ergänzen. Du kannst in allen Preisplänen SMS-Kampagnen versenden. Dafür musst du zusätzlich Credits nach deinem Bedarf kaufen. Auch Whats-App-Kampagnen sind möglich.

Natürlich musst du, wie immer, darauf achten, dass deine Abonnenten ihr Einverständnis dazu gegeben haben und dieses Marketing nach den gesetzlichen Vorgaben gestaltet ist.

Zusammengefasst

Brevo ist eine gute Wahl, wenn du nach einem benutzerfreundlichen E-Mail-Marketing-Tool suchst, das (auch in der kostenlosen Version) nicht bei den Funktionen spart.

Brevo berechnet nur die versendeten E-Mails. Falls du viele deiner Kontakte eher unregelmäßig anschreibst, ist das von Vorteil.

Im Starter-Tarif wird das Brevo-Logo eingeblendet und kann gegen Aufzahlung ausgeblendet werden.

Brevo ist recht einfach zu nutzen und bietet viele professionelle Funktionen. Man sollte aber gut durchrechnen, welcher Tarif am besten passt.

Es gibt mehrere Bereiche, in denen ConvertKit recht gut abschneidet. Es ist einfach zu nutzen, bietet eine schnelle Übersicht und ist nicht so aufgeblasen in den Funktionen. Trotzdem bietet es alles, was man für professionelles E-Mail-Marketing braucht.

Der Support ist großartig!

ConvertKit punktet mit großer Flexibilität bei der Verwaltung und Segmentierung der Abonnenten durch das Tagging-System.

Es verfügt über einen Landingpage-Editor mit dem du Newsletter-Anmeldungen sammeln kannst, auch wenn du noch keine Website hast (auch in der kostenlosen Variante).

Die Software ist nur auf Englisch verfügbar und es gibt nur wenige Vorlagen und Designmöglichkeiten. Dafür kannst du ganz einfach schöne, cleane E-Mails erstellen.

ConvertKit ist nur dann wirklich effektiv, wenn man ein kostenpflichtiges Paket nutzt. Dann ist es allerdings stark und bietet dir fortgeschrittene Segmentierungs- und Personalisierungsmöglichkeiten.

Fazit

Sowohl Brevo als auch ConvertKit sind gute E-Mail-Marketing-Tools für Solopreneure und E-Mail-Marketing-Starter (und natürlich auch für fortgeschrittene Nutzer).

Achtung beim Preisvergleich: Die Tarife sind sehr unterschiedlich aufgebaut.

Nach Anzahl von E-Mail Kontakten oder nach versendeten E-Mails. Die enthaltenen Funktionen sind auch sehr unterschiedlich.

  • Frag dich, was dir in deiner Arbeit mit einem E-Mail-Marketing-Tool wichtig ist.
  • Arbeitest du lieber tagbasiert oder listenbasiert?
  • Ist die Sprache der Benutzeroberfläche wichtig für dich?
  • usw.

Um einen guten Einblick zu bekommen, kannst du dir bei beiden Tools einen kostenlosen Account anlegen und testen, was dir besser gefällt.

Wichtig ist, dass du dich mit deinem gewählten Tool wohl fühlst und gerne damit arbeitest. E-Mail-Marketing darf und soll Spaß machen, damit es dir den gewünschten Erfolg bringt.

Stand der Informationen: 10.10.2023

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Wer schreibt hier?

Barbara Reif unterstützt Selbständige und Solo-UnternehmerInnen dabei, ihr Newsletter-Marketing technisch aufzusetzen, übernimmt die laufende technische Betreuung und begleitet sie während Launches. Während du dein Online-Business rockst, sorgt sie dafür, dass die Technik für dich rund läuft.

Webseite https://www.barbarareif.at
Newsletter https://www.barbarareif.at/newsletter

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